Vilnius, Summer Semester 2017/18 - Part 1
Elia Micha Schuh
(This blog is available in German language only)
Blogeintrag 1 (Februar 2018)
Vor meinem Aufenthalt in Vilnius, Litauen
Als ich mich entschlossen habe, ein Auslandssemster in Vilnius, Litauen zu machen und begann, es meiner Familie und Freunden zu erzählen, wurde ich immer gefragt:
Welches Baltische Land ist Litauen? Warum Litauen?
Die erste Frage konnte ich immer sehr schnell beantworten: das „unterste Land“ im Baltikum. Weiters ist es noch das flächenmäßig größte Land und mit zirka 2,8 Millionen Menschen auch das Land mit den meisten Einwohnern im Baltikum, wobei in der Hauptstadt Vilnius über 550.000 Menschen wohnen.
Die zweite Frage habe ich immer mit „Warum denn nicht Litauen“ beantwortet, wobei ich nach nunmehr einem Monat in diesem Land noch viel mehr Gründe anführen könnte ;)
So wie jeder Student, der ein Auslandssemester plant, habe auch ich mich Online vorab informiert. Ich habe teilweise kritische und auch sehr viele positive Erfahrungsberichte gelesen.
Durch meine Online-Recherchen habe ich mir mein eigenes Bild über Vilnius und Litauen erstellt, aber wie sehr oft bleiben die negative Fakten eher hängen. So liest man zum Beispiel über die meisten Verkehrstoten oder über die höchste Selbstmordrate in der EU.
Monat Februar
Da der Universitätsbetrieb in Litauen schon im Februar beginnt, habe ich meine Prüfungen alle im Jänner an der TU Wien abgeschlossen. Danach habe ich mich sofort in den Flieger gesetzt und bin über Tallin, nach Vilnius, Litauen geflogen. Der Flug inklusive Zwischenstopp dauerte zirka 02:30 Stunden, wobei es auch Nonstop Flüge zwischen Wien und Vilnius gibt, die zum Beispiel von der Austrian Airline oder Air Baltic angeboten werden. Bei einem Nonstop Flug beträgt die Reisedauer zirka 01:30 Stunden, allerdings sind diese Flüge deutlich teurer als Flüge mit Zwischenstopp.
An der VGTU (Vilnius Gedimino Technikos Universiteras) gibt es ein Mentoren-Programm für alle Erasmus Studenten.
Mein Mentor hatte mich Anfang Jänner per Email kontaktiert und mir im Vorhinein bei der Unterkunftssuche und allen organisatorischen Dingen geholfen. Weiters hat er mich persönlich vom Flughafen abgeholt und in meine neue Unterkunft gebracht. Da ich abends angekommen bin und einen riesigen Koffer bei mir hatte, war ich sehr froh über seine Hilfe.
Nach einem kurzen Rundgang in der Wohnung und einer Erklärung wie alles funktioniert, zeigte mir mein neuer Mitbewohner noch die Alt-Stadt in Vilnius.
Gleich zu Beginn überschlugen sich die Ereignisse, denn man hat sehr viel zu erledigen, erkunden und entdecken. Ich bin am Anfang immer quer durch die Stadt gegangen und habe somit viele interessante Dinge entdeckt. Bei einem Spaziergang durch die Stadt sieht man sehr viele Plattenbauten, neue Hochhausbauten und alte Gründerzeitbauten mit Restaurants und Geschäften.
Da es im Winter sehr, sehr kalt in Vilnius ist (zurzeit -20°C), sind die Aktivitäten eher auf Indoorsport und den Besuch größerer Einkaufszentren beschränkt.
Es gibt eine Unzahl von Einkaufszentren in Vilnius, eines größer als das andere mit vielen bekannten, aber auch exotischen Geschäften. Die Einkaufszentren und die Geschäfte sind immer sehr gut besucht, egal an welchem Wochentag oder zu welcher Uhrzeit. Die Geschäfte haben alle MO bis SO ganzen Tag geöffnet (09:00 bis 23:00 Uhr). Man kann hier auch sonntags ohne Probleme einkaufen gehen. Samstagabends werden von vielen jungen Menschen die Bars, Clubs, Pubs und Discos in der Altstadt besucht.
Vilnius hat kein U-Bahn- oder Straßenbahn-Netz, aber einen sehr guten öffentlichen Nahverkehr mittels Bussen und Trolleybussen, mit denen jede Fahrt ein neues Erlebnis ist.
Weiters hatte ich noch das Glück, das 100 jährige Jubiläum des Independence Day mit einem riesigen Straßenfest und freien Eintritten in jedes Museum in der Stadt zu feiern. Es wurden in der Altstadt 100 Feuer angezündet und die Nationalfahne war Wochen vorher schon ausverkauft. Jedes Haus war mit einer Flagge oder Lichtern in den Nationalfarben Gelb, Grün, Rot geschmückt. Sogar die Ampeln wurden auf Gelb, Grün und Rot umgestellt!
Abschließend kann man sagen, dass Litauen ist ein sehr stolzes aufstrebendes Land ist. Ich freue mich schon auf die nächsten Erlebnisse.
Blogeintrag 2 (März 2018)
Monat Zwei in Litauen, Vilnius und Reise nach Finnland, Lappland
Nach den eisigen Temperaturen Anfang März, wo sogar der Fluss Neris teilweise zugefroren ist, kann man Ende März mit zirka 5°C und Sonnenschein bereits auf den Frühling hoffen.
Nachdem der Schnee vollständig weg geschmolzen war, erwacht die Stadt aus ihrem Winterschlaf und die Menschen nutzen jeden Sonnenstrahl aus, um ihn im Freien zu genießen.
Am 13. März fand aufgrund des St. Patrick’s Day eine Feier im Künstlerstaat Uzupis statt, wo sogar zum Festtag der Fluss grün eingefärbt wurde.
Für Erasmus-Studenten wurde eine Gratisführung durch das litauische Parlament organisiert. Bei dieser Führung wurde viel über die Unabhängigkeit von Litauen und die Entstehung des Staates erzählt sowie seine jetzigen diplomatischen Beziehungen zu den anderen Ländern erklärt.
Nachdem der Mittelpunt Europas zirka 20 km von Vilnius entfernt liegt, ist es das perfekte Land um zu reisen. Mitte März fuhr ein Bus von Vilnius bis in den hohen Norden nach Lappland, Finnland. Bei dieser sechstägigen Reise, wobei zwei Tage davon zirka die Busfahrt ausmachten (hin und zurück) sieht man wie schön der Winter in Finnland ist. Die Unterkunft war in Muotkavaara, Finnland direkt an einem zugefrorenen See mit einer dicken Schneedecke. Das war nicht nur perfekt für alle Outdoor-Aktivitäten wie Schneeschuhwandern, Langlaufen, Eisfischen, sondern auch bestens geeignet um am Abend die Nordlichter zu sehen. Da man nicht weiß, wann und ob die Nordlichter kommen, verbrachte man die Zeit meistens beim Grillen in einer Holzhütte. Das lange Warten und Aufbleiben für die Nordlichter hat sich auf jeden Fall ausgezahlt
Weiters wurde noch eine Huskyfarm und Rentierfarm besucht und wer Lust hatte konnte noch eine Schneemobilfahrt machen. Bei der Rückreise wurde noch ein Stopp im Santa Claus Village in Rovaniemi gemacht. Santa Claus steht natürlich für Fotos, Wünsche und Fragen jederzeit bereit.
Im nächsten Blog kommen Bilder und Text vom Road Trip quer durch Litauen. Route: Vilnius über Kaunas nach Klaipeda ans Meer. Besuch der Kurischen Nehrung und Palanga zurück über Šiauliai zu den Hills of Crosses und vom Mittelpunkt Europas zurück nach Vilnius.
Blogeinträge 3 und 4 finden Sie hier >>
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